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A. Bedeutung und Methodik des Faches Latein
Porta Nigra in Trier
Sollten Sie Ihre Vorurteile pflegen wollen, dann überspringen Sie getrost diesen Abschnitt.
Genau wie die anderen Sprachen werden nämlich im Lateinunterricht von heute moderne Unterrichtsformen eingesetzt. Partner- und Gruppenarbeit, kleine Vorführungen, produktorientierte und kommunikative Arbeitsformen wie auch das klassische Unterrichtsgespräch haben nebeneinander ihren Platz.
Wie kaum ein anderes Fach des gymnasialen Fächerkanons aber ist Latein eine Sprache mit historischer Dimension. Gegenstand des Unterrichts ist grundsätzlich alles, was in lateinischer Sprache erschienen ist.
Die thematische Bandbreite dessen, was im Lateinunterricht vorkommt und unser aktuelles Lehrwerk ermöglicht, reicht von der Beschreibung des Alltagslebens (Arbeit, Sport, Unterhaltung, Liebe u. v. m.) über politische und historische Fragen bis zur Erörterung der Grundlagen menschlichen Lebens. Der Lateinunterricht ist also, wie Sie sehen, beileibe keine verkappte römische Militärgeschichte!
Porta Nigra
Unsere Schülerinnen und Schüler haben in der Oberstufe die Möglichkeit, literarische Werke verschiedenster Art von der griechisch- römischen Antike bis in die Neuzeit kennen zu lernen. Die Lektüre dieser Werke fordert zur Auseinandersetzung mit Erfahrungen, Lebensbildern und Denkmodellen heraus, die die deutsche und europäische Geistesgeschichte mitgeprägt haben und auch heute noch von großer Bedeutung sind. Die kritische Beschäftigung mit literarischen Zeugnissen der Vergangenheit weitet den Horizont und schärft den Blick für die Beurteilung aktueller Probleme. Das Erleben der Distanz, die "Fremderfahrung", hilft dem jungen Menschen, seinen eigenen Standort bewusster zu erfassen und lässt ihn die Möglichkeit zu einem freieren Verhältnis gegenüber Tradition und Zeitgeist spüren.
Latein ist die Muttersprache der romanischen Sprachen und fördert daher das bewusstere und effizientere Lernen dieser Sprachen.
Jede Lateinstunde ist aber auch eine Deutschstunde. Im Mittelpunkt des Unterrichts steht die Übersetzung lateinischer Texte in die Muttersprache. Das Übersetzen aber ist ein schwieriger, komplexer geistiger Vorgang, der nur dann zufriedenstellend gelingen kann, wenn die Kompetenz des Übersetzers/der Übersetzerin in der eigenen Muttersprache dem sprachlichen und inhaltlichen Niveau des fremdsprachlichen Textes entspricht. In der ständigen Gegenüberstellung des Lateinischen mit dem Deutschen wird sich die Schülerin/der Schüler der Ausdrucksmöglichkeiten des Deutschen bewusst. Voraussetzung ist die genaue Kenntnis von Vokabeln und grammatischen Regeln, die durch gründliches Lernen und ständiges Üben (zu Hause und in der Schule) gesichert wird. Dieses Training erzieht zu Geduld, Genauigkeit und Konzentration und damit zu Eigenschaften, die weit über das Schulfach Latein hinaus von großer Bedeutung sind.
Wie Sie wissen, werden bis heute für bestimmte universitäre Studiengänge Lateinkenntnisse vorausgesetzt. Da diese sich häufig ändern und von Universität zu Universität unterschiedlich sind, sei hier der informationsreiche Studienführer der Arbeitsagentur und eine Internetseite empfohlen, die Sie weiterführt: www.altphilologenverband.de/latein_1einleitung.html
Diese Latina werden i. d. Regel auf dem Abiturzeugnis attestiert.
Die neuesten Regelungen des Landes finden Sie hier.
Nach dem Abitur können die Latina durch Kurse an den Hochschulen für Hörer aller Fakultäten bzw. an privaten Sprachenschulen mit dem entsprechenden Mehraufwand an zeitlicher Belastung nachgeholt werden. Durch die grundlegende Reform der Studiengänge im Rahmen des Bologna- Prozesses ist das "Nachlernen" des Lateinischen jetzt allerdings deutlich erschwert durch den erhöhten zeitlichen Mehraufwand für das Fachstudium.
Weitere Infos:
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